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Geld für den Wald: Was das Programm Bolsa Floresta zeigt

Seit 2007 bezahlt ein Programm im Bundesstaat Amazonas Familien dafür, dass der Wald stehen bleibt. Was hat es gebracht – und was nicht?

2 Min. Lesezeit
  • Bioökonomie
  • Klimafinanzierung

Der Wald liefert Leistungen, von denen die ganze Welt profitiert: Er speichert Kohlenstoff, erzeugt Regen und beherbergt unzählige Arten. Bezahlt werden diese Leistungen aber kaum – schon gar nicht an die Menschen, die im Wald leben und ihn erhalten. Hier setzt die Idee der „Zahlungen für Ökosystemleistungen“ an.

So funktioniert Bolsa Floresta

Die Fundação Amazonas Sustentável (FAS) startete das Programm 2007 in Schutzgebieten für nachhaltige Entwicklung im Bundesstaat Amazonas. Familien verpflichten sich, den Managementplan ihres Gebiets einzuhalten und keine neuen Waldflächen zu roden. Im Gegenzug erhalten sie eine kleine monatliche Zahlung – anfangs umgerechnet rund 33 US-Dollar – und die Gemeinschaften Investitionen in Bildung, Gesundheit und nachhaltige Einkommensquellen.

  • Nach Angaben der FAS profitieren fast 9.500 Familien in 16 Schutzgebieten mit zusammen knapp 11 Millionen Hektar.
  • Voraussetzung sind unter anderem die Mitgliedschaft in einer lokalen Vereinigung und der Schulbesuch der Kinder.

Was eine unabhängige Studie herausfand

Eine vom Forschungszentrum CIFOR mitgetragene Untersuchung in zwei Reservaten kam zu einem differenzierten Ergebnis: Die meisten Teilnehmenden gaben an, dass es ihnen besser gehe als vorher. Sie berichteten auch von besserem Schutz gegen Fremde, die illegal fischen oder Holz schlagen. Der Effekt auf die Entwaldung war dagegen eher klein – weil die Rodungsraten in diesen abgelegenen Gebieten schon vorher niedrig waren.

Die FAS selbst meldet deutlich größere Erfolge, etwa einen starken Rückgang der Entwaldung und steigende Haushaltseinkommen. Solche Eigenangaben sind wertvoll, ersetzen aber keinen kontrollierten Vergleich.

Was wir daraus lernen

  • Direkte Zahlungen allein retten den Wald nicht – aber sie stärken die Menschen, die ihn verteidigen.
  • Am meisten wirkt Geld dort, wo der Druck groß ist: an den Rändern, wo Straßen, Viehweiden und Goldsuche vorrücken.
  • Programme müssen zum Ort passen. Was in einem abgelegenen Reservat funktioniert, braucht anderswo andere Anreize.

Für uns ist Bolsa Floresta ein Beleg für eine einfache Wahrheit: Wer den Wald schützt, sollte dafür auch etwas zurückbekommen. Genau deshalb setzen wir uns dafür ein, dass mehr Klimafinanzierung direkt bei Gemeinschaften und Frauen vor Ort ankommt.

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Die Zukunft des Amazonas hängt von den Brücken ab, die wir heute bauen.