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Ka'a Harmony Foundation – preserve the amazon
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Field Notes

Rückblick auf die COP30: Bindungen, die den Amazonas tragen

  • November 2025
  • COP30, Belém (Brasilien)
Priscila vor einer großen Wand mit der Aufschrift „Global Mutirão against Climate Change“

Die COP30 in Belém war ein Wirbel aus Gefühlen, Begegnungen und Lernen. Zwölf intensive Tage voller Panels, Diskussionen, Treffen und der Energie des Klimamarschs – ich fühlte mich wie auf einem Festival!

Jenseits der offiziellen Verhandlungen hat mich vor allem eines inspiriert: die Menschen zu erleben, die im Zentrum echten Wandels stehen. Indigene Führungspersönlichkeiten, lokale Heldinnen und Helden und vor allem die Frauen des Amazonas – die wahren Hüterinnen unseres Ökosystems – haben mich daran erinnert, warum diese Arbeit wichtig ist. 🌿

Indigene und traditionelle Stimmen verstärken

Demonstrationszug in Belém mit einem großen Weltkugel-Ballon und dem Transparent „Escola do clima é território vivo e resistência dos povos“

Die diesjährige COP30 war ein Wendepunkt: Rund 5.000 Indigene nahmen teil – die größte indigene Präsenz in der Geschichte der COP. Während 360 von ihnen die offiziellen Verhandlungszonen besuchten, kamen Hunderte weitere in Community-Treffpunkten und im Aldeia COP zusammen – so prägten indigene Perspektiven die Gespräche innerhalb wie außerhalb der formellen Räume.

Über die offiziellen Treffen hinaus schlossen sich Tausende dem Klimamarsch an – eine kraftvolle Demonstration der Zivilgesellschaft, die Klimagerechtigkeit forderte und den Stimmen der Hüterinnen und Hüter des Waldes Gehör verschaffte. Diese Bewegungen zeigten gemeinsam mit dem Einsatz der Indigenen, dass echter Wandel sowohl in den Fluren der Macht als auch auf der Straße entsteht.

Das COP30-Panel von Ka’a Harmony

Vier Frauen auf der Bühne der Estação Amazônia Sempre im Museu Goeldi in Belém, eine spricht ins Mikrofon

Ka’a Harmony hat ihre erste Veranstaltung im Umfeld einer COP organisiert: „Bonds That Sustain: Rethinking International Collaboration in the Amazon“. Als Moderatorin habe ich ein Gespräch geführt, das gängige Partnerschaftsmodelle infrage stellte und auslotete, was langfristige Zusammenarbeit in der Region wirklich trägt.

Der Zeitpunkt war bedeutsam. Während die COP30 das Belém-Paket voranbrachte – von allen 195 Vertragsparteien angenommen, mit 59 Anpassungsindikatoren und der Zusage, die Anpassungsfinanzierung bis 2035 zu verdreifachen –, stellte unser Panel eine schwierigere Frage: Wie stellen wir sicher, dass diese globalen Zusagen in gerechte, lokal geführte Maßnahmen übersetzt werden?

Das Panel rückte entscheidende Perspektiven in den Blick:

  • Regine Schönenberg beschrieb den Amazonas als komplexes „Netz von Beziehungen“ und betonte, dass wirksame Partnerschaften Vertrauen und Kontinuität brauchen, keine kurzfristigen Eingriffe.
  • Claudia Soares Martins, indigene Führungspersönlichkeit der Baré, stellte den indigenen Fonds Podáali als Beweis vor, dass indigen geführte Philanthropie funktioniert – wenn Gemeinschaften über Mittel und Entscheidungen bestimmen.
  • Artur Sgambatti Monteiro setzte sich mit kolonialen Mustern auseinander, die bis heute in der internationalen Zusammenarbeit stecken, und plädierte für eine Klimagerechtigkeit, die traditionelle Völker als Protagonisten in den Mittelpunkt stellt, nicht als Begünstigte.
  • Beatriz Pires Tavares von Sitawi zeigte, wie vermittelnde Organisationen die Lücke zwischen globaler Finanzierung und lokalen Kapazitäten überbrücken und Geld in greifbare Ergebnisse für Gemeinschaften verwandeln.

Zum Abschluss wählte jede Sprecherin und jeder Sprecher ein Wort für die Bindungen, die tragen:

Zeit. Flexibilität. Beziehungen. Klimagerechtigkeit. Vertrauen.

Das sind nicht nur Werte: Es sind Arbeitsprinzipien, die ausbeuterische Partnerschaften von verändernden unterscheiden.

Bei dieser Veranstaltung wurde außerdem der Atlas des brasilianischen Amazonas der Heinrich-Böll-Stiftung vorgestellt – eine bemerkenswerte Sammlung von Artikeln mit einem dekolonialen Blick auf die Region.

Begegnung mit Führungsfrauen aus dem Amazonas

Mein eindrücklichstes Erlebnis auf der COP30 war kein Panel und keine Verhandlung, sondern der Besuch beim Movimento de Mulheres das Ilhas de Belém (MMIB), einer von Frauen geführten Initiative, die über 40 Inseln rund um Belém verbindet.

Diese Frauen tun, wovon globale Klimagipfel sprechen: Sie schützen die Artenvielfalt und bauen zugleich nachhaltige Lebensgrundlagen auf. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen Projekte der Sozio-Biodiversität mit pflanzlichen Rohstoffen wie Priprioca und Andiroba für Kunsthandwerk und Bio-Schmuck.

Dona Oneca mit Sonnenhut hält Setzlinge in ihrem Garten

Dona Oneca kennenzulernen, war ein Höhepunkt. Sie zeigte uns stolz ihren Biogarten und erklärte, wie ihre Produkte mit Partnerschaften mit Unternehmen wie Natura verbunden sind. D. Oneca und die anderen Frauen der Vereinigung jagen weder Profit noch Maximierung hinterher – sie suchen und schaffen Würde, Einkommen, Anerkennung in der Gemeinschaft und Schutz des Waldes, alles zugleich.

Genau dafür gibt es Ka’a Harmony: Initiativen wie das MMIB mit internationalen Partnern zu verbinden, die verstehen, dass die wirksamsten Klimalösungen bereits an der Basis entstehen. Frauen führen sie an – und unsere Aufgabe ist es, ihre Wirkung zu verstärken.

Priscila und eine Frau des MMIB rühren gemeinsam in einem Topf mit Pflanzenextrakt

Was mich die COP30 über echten Klimaschutz gelehrt hat

Zwölf Tage auf der COP30 haben mir etwas Grundlegendes klargemacht: Die glaubwürdigsten Klimalösungen werden nicht in Verhandlungsräumen entworfen – sie passieren bereits in den Gemeinschaften des Amazonas.

Das Belém-Paket hat wichtige Zusagen vorangebracht (Verdreifachung der Anpassungsfinanzierung bis 2035, 6,7 Milliarden US-Dollar für den Waldschutz). Ob es Erfolg hat, hängt aber davon ab, ob diese Mittel die Menschen erreichen, die die Arbeit bereits machen: indigene Führungspersönlichkeiten, Frauenkooperativen und Basisinitiativen.

Drei Erkenntnisse stachen heraus:

  • Indigene Führung ist operativ, nicht symbolisch. Mit 5.000 indigenen Teilnehmenden (der größten Präsenz in der Geschichte der COP) war die Botschaft klar: Wirksamer Klimaschutz verlangt, dass indigene Gemeinschaften über Mittel und Entscheidungen bestimmen – und nicht nur angehört werden.
  • Frauen sind die Katalysatoren. Vom Inselnetzwerk des MMIB bis zu indigen geführten Philanthropie-Modellen warten die Frauen des Amazonas nicht auf Erlaubnis. Sie bauen Lösungen – jetzt.
  • Die Umsetzungslücke ist real. Die Distanz zwischen globalen Zusagen und der Realität an der Basis zu überbrücken – genau da kommen Organisationen wie Ka’a Harmony ins Spiel: Wir verbinden Mittel mit den Gemeinschaften, die den Wald jeden Tag schützen.
Selfie von Priscila mit einem indigenen Mann mit Federkopfschmuck und Körperbemalung

Die COP30 hat mir neue Energie gegeben. Die Lösungen gibt es. Die Führungspersönlichkeiten sind bereit. Was es braucht, ist echte Zusammenarbeit, die ihnen folgt. Packen wir’s an!

Mitmachen

Die Zukunft des Amazonas hängt von den Brücken ab, die wir heute bauen.